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Neuer Brunnen in der Kritzendorfer Au: Klosterneuburg sichert seine Trinkwasserversorgung

Die Stadtgemeinde Klosterneuburg errichtet in der Kritzendorfer Au das neue Brunnenfeld „Brunnen VI“. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro besteht aus zwei Anlagen. Der Brunnen steht unmittelbar vor der Inbetriebnahme.

Klimawandel als Auslöser

Der steigende Wasserbedarf infolge längerer Trockenperioden hat die Stadt zum Handeln veranlasst. Um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser langfristig sicherzustellen, wurde das Projekt „Brunnen VI“ ins Leben gerufen. Mitte Februar 2025 begannen die Bauarbeiten in der Kritzendorfer Au, zwischen dem Ende des Strombads Kritzendorf und der Rollfährenstraße – einem Standort, den umfangreiche Bodenanalysen, Probebohrungen und Pumpversuche über zwei Jahre als optimal bestätigt hatten.

STR Mag. Roland Honeder zeigt sich erfreut über das gelungene Projekt: „Mit diesem Brunnenprojekt ist Kritzendorf auch für die nächsten Generationen in Sachen Trinkwasserversorgung abgesichert. Die verlässliche und nachhaltige Trinkwasserversorgung unserer Stadt hat oberste Priorität. Mit  dieser vorausschauenden Investition stellen wir sicher, dass Klosterneuburg auch in Zukunft auf eine stabile Wasserversorgung zählen kann – insbesondere angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel. Durch die stetige Erweiterung und Modernisierung unserer Wasserinfrastruktur gewährleisten wir nicht nur eine hervorragende Wasserqualität, sondern auch eine extrem hohe Versorgungssicherheit.“

Technik im Detail

Für die Gewinnung von 50 Litern Wasser pro Sekunde – das entspricht 180.000 Litern pro Stunde oder rund 1.000 Badewannenfüllungen – sind zwei Bohrungen im Abstand von 50 Metern erforderlich. Die Brunnenrohre aus Edelstahl sind jeweils 12 Meter lang und haben einen Durchmesser von 800 mm. Der Brunnen wird als Vertikalfilterbrunnen ausgeführt: Die Filterstrecke liegt vertikal in einer Tiefe von 8 Metern, was im Vergleich zu Horizontalfilterbrunnen eine deutlich höhere Hochwassersicherheit bietet. Zusätzlich wurde eine UV-Desinfektionsanlage eingebaut, um im Falle möglicher Verunreinigungen sofort reagieren zu können.

Naturschutz inklusive

Im Zuge des Projekts werden auch zwei Rettungshügel errichtet, die Wildtieren bei Hochwasser als Zufluchtsort dienen sollen – ein ökologisches Begleitprojekt, das die Au zusätzlich aufwertet.

Klosterneuburgs Wasserinfrastruktur Der neue Brunnen ergänzt die acht bestehenden Trinkwasserbrunnen der Stadt. Klosterneuburg zapft einen unterirdischen Begleitstrom aus der Eiszeit an, der in einer Tiefe von 3 bis 8 Metern fließt und durch einen rund 5 Meter dicken Schotterkörper natürlich gefiltert wird. Das Trinkwasser der Stadt weist mit 2,5 mg/l besonders niedrige Nitratwerte auf. Mit 15 Hochbehältern, 275 Kilometern Wasserleitungen und 50 Außenstationen verfügt Klosterneuburg über eines der besten und sichersten Versorgungsnetze des Landes.